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Rundschreiben Rheinlandliga 9–15/16 vom 07.03.2016

SC Kettig und Heimbach‐Weis/Neuwied II Meister der Rheinlandliga - Dramatische Endrunde in Gusenburg

Liebe Schachfreunde,

wir haben eine hochgradig spannende Schlussrunde der Rheinlandliga in Gusenburg erlebt. In beiden Staffeln gab es hart umkämpfte Entscheidungen um die Meisterschaft: In der Staffel I das Spiel der beiden Aufstiegsaspiranten SG Remagen‐Sinzig und SG Reil‐Kinheim gegeneinander. Sowie die Begegnung des dritten Meisterschaftsaspiranten
SC Kettig gegen die Gastgeber der Endrunde, Gambit Gusenburg. In der Staffel II gab es das direkte Aufeinandertreffen des Tabellenersten gegen den Zweiten, SC Heimbach‐Weis/Neuwied II gegen den SV Koblenz III.

In der Staffel I führte vor der letzten Runde die SG Reil‐Kinheim mit einem Punkt Vorsprung vor ihren beiden Konkurrenten die Tabelle an. Ein Remis gegen die SG Remagen‐Sinzig hätte zur Meisterschaft genügt, da auch die Brettpunkte‐Wertung zugunsten der Moselaner sprach. Die SG Remagen‐Sinzig dagegen musste gewinnen, um ihre Chancen auf die Meisterschaft zu wahren. Und auch für den SC Kettig war ein Sieg gegen den SC Gusenburg Pflicht, um Meister zu werden. Tatsächlich kamen die Kettiger Favoriten gegen die Aufsteiger aus Gusenburg recht schnell auf die Siegerstraße. Außer dem kurzfristig krankheitsbedingten, kampflosen Verlust an Brett 1 musste kein Kettiger Spieler eine Niederlage quittieren. Schon in der vierten Spielstunde stand der Kettiger Erfolg festgemauert – vier Siege und drei Remis waren am Ende eine beeindruckende Bilanz. Danach hieß es warten, bis zum Ende der sechsten Spielstunde, bis auf den Ausgang der letzten Partie des Tages zwischen der SG Remagen‐Sinzig und SG Reil‐Kinheim – ein Kampf von großer Dramatik. Nachdem zunächst die Moselaner in Führung gegangen waren, wendete sich das Blatt bald zugunsten der Rhein‐Ahrstädter. Vor allem der Erfolg an den hinteren Brettern brachte
die SG Remagen‐Sinzig nach der ersten Zeitkontrolle mit 4:3 auf die Siegerstraße. Nun musste Andreas Kessler in den letzten zwei Spielstunden unbedingt gegen Michael Czeratzki gewinnen, um Meisterschaft und Aufstieg festzuhalten. Es gelang ihm nicht – der Rheinlandmeister des Jahres 2005 Michael Czeratzki ist ebenfalls als zäher Kämpfer bekannt, der sich nicht leicht überrumpeln lässt: das Remis besiegelte am Ende den Mannschaftssieg für die SG Remagen‐Sinzig – und die Vizemeisterschaft. Die SG Reil‐Kinheim bleibt dagegen nun weiterhin der Rheinlandliga erhalten.
Auch in den übrigen Spielen der Staffel wurde gekämpft: Der SC Hermeskeil und der SC Cochem trennen sich am Ende unentschieden; ein leichteres Spiel hatten die SF Nickenich gegen die sechs Schachfreunde an den Brettern des SK Schweich.

Nicht ganz sportlich, das muss man schon ganz deutlich so ausdrücken, war dagegen das Verhalten einiger Mannschaften der Staffel II. Im Vorjahr bei der Endrunde in Altenkirchen, da waren noch alle Spieler bei den Teams "an Bord". Nun, als es zur Endrunde in die andere Ecke des Rheinlands ging, da hatte zunächst am Vortag die SG
Dierdorf‐Hachenburg kurzfristig abgesagt – und auch in anderen Aufstellungen klafften große kampflose Lücken. Auch dem Ausrichter gegenüber, der sich von der Vorbereitung mit Speisen und Getränken her auf ein "volles Haus" eingerichtet hatte, keine feine Geste. Der Schachverband Rheinland belegt nun einmal von der räumlichen Ausdehnung her recht großes Gebiet. Jeder Verein soll aber gleichermaßen die Chance auf Ausrichtung einer Großveranstaltung im SVR wie der Endrunde haben. Und wer andererseits die Chancen für den eigenen Verein, aber auch zugegebenermaßen die Mühen einer Ausrichtung selbst nicht auf sich nehmen mag, der sollte dennoch zumindest so viel Solidarität und auch Sportsgeist zeigen, an der Endrunde teilzunehmen. Ununterbrochen seit nunmehr 23 Jahren schreibt die gemeinsame Endrunde Erfolgsgeschichte im SVR; sie wurde seit dem Start im Jahr 1993 in Schweich auch zum Vorbild für die höheren Spielklassen bis hin zur Bundesliga. Da wäre zu wünschen, dass sie zumindest im eigenen Verband auch angenommen bliebe.

Aber zurück zum Sport, und der erlebte in der Staffel II im Wettkampf zwischen dem SC Heimbach‐Weis/Neuwied II und dem SV Koblenz III seinen Höhepunkt! Es war ein Revanchematch aus der Endrunde von vor drei Jahren, 2013 in Waldorf bei Sinzig. Damals lagen die Verhältnisse ähnlich wie in diesem Jahr: Vor der Schlussrunde lag
Heimbach‐Weis/Neuwied II vorne und dem Team reichte ein Unentschieden zur Meisterschaft – der SV Koblenz III musste gewinnen. Damals war nach der ersten Zeitkontrolle der SC Heimbach‐Weis/Neuwied II schon mit 3½:1½ Brettpunkten in Führung gegangen, nur ein einziges weiteres Remis genügte zur Meisterschaft – aber der SV Koblenz III gewann schließlich alle drei Partien. Diesmal war der Spielverlauf anders. Diesmal in Gusenburg lag zwischenzeitlich der SV Koblenz III im Match vorn, Heimbach‐Weis/Neuwied II musste fast immer der gegnerischen Führung hinterherlaufen – bis schließlich nach der ersten Zeitkontrolle Klaus Westphal zum 3:3 ausgleichen konnte. Nur die beiden Partien an den Brettern 3 und 4 liefen noch. In der fünften Spielstunde konnte Thomas Reißig im Springerendspiel seinen Mehrbauern verwerten und brachte Koblenz wieder in Führung. Der Neuwieder Jürgen Kottemer aber hatte gegen Ulrich Büscher in einem Endspiel mit Dame, Springer und 5 Bauern gegen Dame, Läufer und 5 Bauern wohl immer die aktivere Stellung, die er mehr und mehr ausbauen und letztlich zum Gewinn führen konnte. Das war das Mannschaftsremis, das die Meisterschaft und den direkten Wiederaufstieg für den SC Heimbach‐Weis/ Neuwied II bedeutete!
Fast genauso lange wie die letzte Partie im Spitzenspiel der Staffel dauerte übrigens eine (der wenigen Partien) im Spiel zwischen dem VfR‐SC Kobenz III und der SG Rheinbreitbach‐Linz. Zwischen einem der älteren Schachfreunde der Liga, Bernhard Jäschke und der jüngsten Spielerin der Liga Theresa Reitz, in der es um die Brettmeisterschaft ging: Schachsport pur im Wettkampf am Brett zwischen Alt und Jung, auch diese spannende Partie dauerte bis in die sechste Spielstunde hinein, und am Ende konnte sich die Erfahrung (noch) durchsetzen.

In den Spielen gegen den Abstieg hatte der VfR‐SC Koblenz II durchaus Mut gezeigt, mit nur sechs Spielern gegen den zuvor punktgleichen SC Bendorf II anzutreten. Zumal die dritte punktgleiche Mannschaft Heimbach‐Weis/Neuwied III glücklich an drei (!) Brettern gegen eine Rumpfmannschaft des AK Altenkirchen gewonnen hat. Das hätte also durchaus eng für den Vorjahres‐Vizemeister werden können – am Ende aber stand ein 5:3 Sieg für den VfR‐SC Koblenz II, der wohl in jedem Fall den sicheren Klassenerhalt bedeutet.

Herzlichen Glückwunsch den Mannschaftsmeistern der Rheinlandliga SC Kettig und SC Heimbach‐Weis/Neuwied II, und viel Erfolg zurück in der 2. Rheinland‐Pfalz‐Liga!

Was den Abstieg angeht, so wird erst nach Saisonende auch der höheren Spielklassen am 10. April feststehen, wer die Rheinlandliga in die Bezirke verlassen wird müssen. Zur Zeit vor der letzten Runde sieht es dort aber recht gut für die Staffeln der Rheinlandliga aus: nur eine Mannschaft, der SV Siershahn II müsste nach derzeitigen Stand in die Rheinlandliga absteigen, und die Wahrscheinlichkeit ist recht groß, dass es auch am 10. April so bleiben könnte. Dann müsste aus der Staffel I nur eine, aus der Staffel II müssten zwei Mannschaften in die Bezirke absteigen. Wie es endgültig ausgeht, das werde ich Ihnen in einer weiteren Info nach dem 10. April mitteilen.


 

Die Brettmeister (Staffel I)

Brett 1: A. Kessler (R‐K) 5½/7, F. Thönnes (Coc) 5½/8

Brett 2: P. Barzen (R‐K) 8/8!!

Brett 3: W. Berres (R‐K) 6/8

Brett 4: F. Bäumer (Gus) 4½/8

Brett 5: FM J. Eising (R‐S) 6½/8

Brett 6: G. Bruziks (Ket) 7/8

Brett 7: R. Matriciani (Nick) 6/8

Brett 8: G. Hillen (Nick) 4½/7; D. Ciesla (Hk) 4½/8


 

Die Brettmeister (Staffel II)

Brett 1: FM K. Gawehns (R‐L) 8/9

Brett 2: U. Klook (R‐L) 7½/9

Brett 3: Ph. Reitz (VfR KO) 6/9

Brett 4: Th. Reißig (SV KO) 6½/8

Brett 5: J. Kottemer (H‐W), P. Schreieck (Lah) 6½/9

Brett 6: H. Fink (H‐W) 7½/9

Brett 7: M. Führer (VfR KO) 5½/8

Brett 8: U. Fabricius (R‐L) 5½/9


 

Liebe Schachfreunde, die Saison der Rheinlandliga ist nun beendet, als weiterer Höhepunkt des Spieljahres steht die Rheinlandmeisterschaft in Trier an! Start ist am Samstag, 19. März. SVR und Ausrichter würden sich freuen, viele von Ihnen dort z. B. auch im Hauptturnier begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Schachgrüßen

Thomas Hönig

Rundschreiben 9–15/16 als PDF


 

Ergebnisse der 9. Runde bei sbrp-ergebnisdienst.de



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